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Thema: Spielbank Bad Neuenahr droht Kündigungswelle

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    Standard Spielbank Bad Neuenahr droht Kündigungswelle

    Einnahmen um 20 Prozent eingebrochen - Betriebsrat schaltet Anwalt ein - Online-Poker-Portale sind starke Konkurrenz

    Bad Neuenahr. Eigentlich hat Spielbankdirektor Michael Seegert in diesen Tagen etwas zu feiern. Schließlich eröffnete das Casino in Bad Neuenahr vor genau 60 Jahren.


    Doch stattdessen rumort es kräftig zwischen den Roulettetischen und Spielautomaten: Die Einnahmen sind nach Angaben von Seegert in diesem Jahr um 20 Prozent eingebrochen, es droht eine Kündigungswelle.

    Der Betriebsrat hat bereits einen Anwalt eingeschaltet. Der Spielbankdirektor spricht von einer "katastrophalen Entwicklung, auf die wir reagieren müssen". Um die herben Verluste zu erklären, muss Seegert weiter ausholen: Er spricht vom neuen Glückspielstaatsvertrag, der zunehmenden Konkurrenz im Internet und der Finanzkrise.

    Durch den Staatsvertrag, der im Januar 2008 in Kraft getreten ist, müssen auch Gäste ihren Ausweis vorzeigen und sich registrieren, die nur an Automaten spielen möchten. "Dazu sind viele nicht bereit. Sie gehen jetzt in die Spielotheken, die Automaten aufgestellt haben, aber nicht dem Staatsvertrag unterliegen", sagt der Spielbankdirektor.

    Auch die modernen Online-Poker-Portale setzen der Spielbank zu, und obendrein die Finanz- und Konjunkturkrise. Von Oktober an seien die Einnahmen noch einmal drastisch eingebrochen, so Seegert. Die Spielbank hat bereits in den vergangenen Jahren Personal abgebaut, jedoch immer sozial verträglich über Vorruhestandsmodelle.

    Diese Zeiten scheinen jetzt vorbei zu sein. Der Betriebsrat möchte sich nicht öffentlich äußern, hat aber bereits einen Anwalt eingeschaltet, weil er sich übergangen fühlt. Für Matthias Spirolke von der zuständigen Bonner Kanzlei Hümmerich Legal ist das Verhalten der Spielbank-Geschäftsführung "rätselhaft und irritierend".

    "Es werden bereits Einspar- und Kündigungsmodelle öffentlich genannt, ohne dass der Betriebsrat überhaupt schriftlich informiert wurde", sagt der Anwalt und verweist auf das Betriebsverfassungsgesetz. Das sieht Spielbankdirektor Seegert anders: "Betriebsrat, Gewerkschaft und Belegschaft sind formell informiert."

    Zudem liefen bereits seit längerem Gespräche. "Es hat ja jeder gesehen, dass viel weniger Gäste an den Tischen stehen." In der Spielbank in Bad Neuenahr arbeiten 95 Festangestellte und etwa 40 Teilzeitkräfte. Wie viele ihren Job verlieren werden, ist noch nicht klar.

    Am Montag trifft sich die Geschäftsführung mit dem Betriebsrat, um über einen "Maßnahmenkatalog" zu verhandeln. Teil des Katalogs sei die Entlassung von Teilzeitkräften, so Seegert. Ob dies ausreiche, sei noch unklar.

    Die Unterscheidung zwischen Voll- und Teilzeitkräften ist für Anwalt Spirolke nicht nachvollziehbar. "Teilzeitkräfte sind keine Arbeitnehmer zweiter Klasse. Sie sind genau so auf das Geld angewiesen", sagt Spirolke. Wenn sich die Konfliktparteien nicht einigen, stehen Verhandlungen über einen Sozialplan und ein Interessenausgleich an.

    Der Plan der Spielbank-Geschäftsführung, am Nürburgring ein weiteres Casino zu eröffnen, bleibt von der jetzigen Situation allderdings unberührt. Seegert: "Wir wollen weiterhin dort ein Casino eröffnen. Vielleicht bietet sich sogar die Möglichkeit, einigen Teilzeitkräften dort eine neue Arbeit anzubieten."

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