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"Eine göttliche Stimme"
Musikfans in aller Welt trauern um Luciano Pavarotti. Der italienische Startenor starb am frühen Donnerstagmorgen im Alter von 71 Jahren in seinem Haus in Modena. Pavarotti sei nach einem langen und schweren Kampf seiner Krebserkrankung erlegen, teilte seine Managerin mit. Seine spanischen Kollegen Placido Domingo und José Carreras reagierten tief betroffen auf die Nachricht. «Ich habe seine göttliche Stimme immer bewundert», sagte Domingo. Pavarotti wird am Samstag in Modena beigesetzt. Die Trauerfeier findet um 15.00 Uhr im Dom statt. Dort sollte bereits am Donnerstagabend der Leichnam des Tenors aufgebahrt werden. Die Stadt rechnet mit Tausenden Menschen, die Abschied nehmen wollen von «Big Luciano». «Ich liebte seinen großartigen Sinn für Humor», sagte Domingo. Gemeinsam mit Carreras feierten Pavarotti und er als «Die drei Tenöre» weltweite Erfolge. Manchmal habe er bei diesen Konzerten vergessen, «dass wir vor zahlendem Publikum auftraten, soviel Spaß hatten wir», erinnerte sich Domingo. Carreras hob den großen Mut und die Stärke Pavarottis hervor, «mit der er seinem schweren Krebsleiden entgegengetreten ist». Er erinnere sich an ihn als einen echten Freund, aber auch als hervorragenden Koch und exzellenten Poker-Spieler. Sein tief empfundenes Mitgefühl gelte Pavarottis Familie und engsten Freunden, sagte Carreras, der selbst Ende der 80er Jahre eine Leukämie-Erkrankung überwunden hatte. Pavarotti war im vergangenen Jahr in New York von Spezialisten ein Tumor an der Bauchspeicheldrüse entfernt worden. In der Folge musste er sich mehreren Chemotherapien unterziehen. «Gemäß der Haltung, die sein ganzes Leben und seine Arbeit bestimmt hat, ist er bis zum letzten Augenblick seiner Erkrankung positiv geblieben», sagte seine Managerin. Popstar Elton John, der an der Seite des Tenors in dessen Konzertreihe «Pavarotti and Friends» aufgetreten war, sagte: «Es ist ein trauriger Tag für die Musik und ein trauriger Tag für die Welt.» Als «Giganten des 20. Jahrhunderts» würdigte der italienische Kulturminister Francesco Rutelli den Tenor. Pavarotti hinterlasse «eine unausfüllbare Lücke» für alle Fans der großen italienischen Musik. Erst am Dienstag hatte Rutelli angekündigt, dass Pavarotti eine Auszeichnung für seine herausragenden Verdienste um die italienische Kultur erhält. Wegen des erwarteten Ansturms von Fans, die Pavarotti die letzte Ehre erweisen wollen, sollte die Kathedrale mit dem aufgebahrten Leichnam sowohl am Freitag als auch am Samstag bereits ab 6.00 Uhr geöffnet sein. Die Trauerfeier werde auf zwei Plätzen der Stadt auf Großbildleinwänden übertragen, sagte ein Sprecher. Auch werde mit der Teilnahme einer großen Anzahl von Personen des öffentlichen Lebens gerechnet. Bürgermeister Giorgio Pighi kündigte an, dass das Theater der Stadt nach Pavarotti benannt werden soll. Der Sänger habe weltweiten Ruhm nach Modena gebracht. Der Zustand Pavarottis hatte sich Anfang August verschlechtert. Mit Fieber und Atemwegsproblemen wurde er in ein Krankenhaus seiner Heimatstadt eingeliefert, aus dem er Ende des Monats entlassen wurde. In seinen letzten Stunden war er italienischen Medienberichten zufolge von seiner Ehefrau Nicoletta Mantovani, der gemeinsamen knapp vierjährigen Tochter Alice und den drei erwachsenen Töchtern aus erster Ehe umgeben. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) verwies darauf, dass Pavarotti «wie kein anderer Künstler» der Klassik neue Publikumsschichten erschlossen habe. Auch die Opernsängerin Montserrat Caballé zeigte sich tief bestürzt: «Er war mehr als ein Kollege, er war ein Freund, der immer an deiner Seite stand, in glücklichen und weniger glücklichen Momenten.» Der deutsche Opernsänger Jochen Kowalski, der mit Pavarotti ebenfalls auf der Bühne stand, sagte: «Danke Maestro Luciano, für all die musikalische Schönheit, die Sie den Menschen gebracht haben. Sie sind unsterblich. Die Stimme lebt.» |
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