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Alt 10.11.2006, 07:43   #1 (Permalink)
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07.11.2006

Online Lotto: Rien ne va plus - Nichts geht mehr

Neun der 16 staatlichen Lottogesellschaften nehmen ab sofort keine Tippeinsätze mehr über das Internet an. Das haben die Staatskanzleichefs der Länder am Montag in einer Telefonkonferenz entschieden.


Berlin - In neun der 16 deutschen Bundesländer können Lotto- und Totospieler ihre Tipps nun nicht mehr auf den Internetseiten der staatlichen Lotterien abgeben. Die Lottogesellschaften reagierten damit auf eine Forderung des Bundeskartellamts.

Virtuelles Tippen vorerst abgeschafft: Der Geschäftsführer von Westlotto, Winfried Wortmann, mit der Homepage der Internetseite der NRW-Lotterien

Bislang teilen die Staatslotterien den Markt und die Einnahmen - inklusive der im Internet getippten Einsätze - nach Bundesländern auf. Die Online-Kunden müssen bei ihrer Registrierung den Wohnort angeben und werden so gezwungen, bei der Lottogesellschaft ihres Bundeslandes zu spielen und teilweise Preisnachteile hinzunehmen. Das sei eine unerlaubte Aufteilung des Marktes, kritisierte das Kartellamt und forderte die staatlichen Lottogesellschaften auf, bis zu diesem Dienstag ihr Internetangebot bundesweit zu öffnen.

Nach einer Vorab-Meldung der "Süddeutschen Zeitung" heißt es, nur Schleswig-Holstein habe sich noch Bedenkzeit erbeten. In Rheinland-Pfalz sei der Internetzugang für Spieleinsätze gleich am Montag abgeschaltet worden, andere Länder wollten Dienstag folgen.

Kollision von Gesetzen

Bei Zuwiderhandlungen wurden Zwangsgelder in Höhe von bis zu einer Million Euro angedroht. Die staatlichen Lotterien sehen in der Anordnung jedoch einen Verstoß gegen geltendes Recht. Sie könnten ihre Glücksspiele nicht in anderen Bundesländern anbieten, da sich ihre Genehmigungen auf das jeweilige Bundesland beschränkten, teilte die Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg mit. Aufgrund der rechtlichen Unsicherheiten habe sich die Firma dazu entschlossen, die Spielteilnahme über das Internet bis auf weiteres zu sperren.

Lotto-Spieler müssten sich nun wieder an eine Annahmestelle oder einen privaten Vermittler wenden, die vorerst weiterhin über das Internet Spieleinsätze einsammeln dürften. Die Länder sind für die Glücksspielregeln in Deutschland zuständig.

Online-Lotto wurde unter anderem auf der Website Jaxx.de des Hamburger Unternehmens Fluxx angeboten. Dieses teilte am Montag per Adhoc mit, man habe "die Bereitstellung eines weiteren Budgets von bis zu einer Million Euro beschlossen, das bisher nicht in der Planung für das Geschäftsjahr 2006 enthalten war". Mit dem Geld solle eine Kampagne des Verbands der Lottovermittler unterstützt werden, die sich gegen die Verabschiedung des geplanten Glücksspielstaatsvertrags durch die Ministerpräsidenten der Länder richte.

Der Vorstand bestätigte zwar seine Prognose für ein Umsatzwachstum zwischen 110 und 130 Prozent. Das Konzernergebnis für das Gesamtjahr 2006 werde jedoch deutlich negativ ausfallen und im Bereich von bis zu minus 3,5 Millionen Euro liegen. Ursprünglich war ein ausgeglichenes Ergebnis angestrebt worden.

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