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In der Krise mögen die Menschen ihr Geld zusammenhalten, Lotto spielen sie trotzdem. Dieser Schluss lässt sich aus der Bilanz von Lotto Hessen für das Geschäftsjahr 2009 ziehen. Die Umsätze sind zwar im Vergleich zu 2008 merklich gesunken. Das lag aber nur an dem Wegfall der Spielerlöse, die Partnerunternehmen wie Tipp 24 letztmals Ende 2008 an Lotto Hessen vermitteln durften, wie Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer der Lotterie-Treuhandgesellschaft Hessen, in Wiesbaden sagte. Die über die Annahmestellen erzielten Erlöse stiegen dagegen. Zwischen Kassel und dem Odenwald flossen Lotto Hessen demnach 566 Millionen Euro zu – ein gutes Zehntel mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Annahmestellen blieb dabei mit rund 2000 stabil. Einschließlich der Umsatzbeiträge von Partnern wie Faber erlöste Lotto Hessen etwas mehr als 581 Millionen Euro, sechs Prozent weniger als 2008.
Wie Sundermann hervor hob, unterstützte die Lotteriegeselllschaft zuletzt mit 240 Millionen Euro aus Lottosteuer und Zweckabgaben soziale und kulturelle Projekte sowie Sportvereine und den Denkmalschutz. So wurden etwa die Ringkirche in Wiesbaden, das Frankfurter Ernst-May-Haus oder auch das Schloss in Marburg mit Lottomitteln saniert. Knapp jeden zweiten eingenommenen Euro schüttete das Unternehmen an die Spieler wieder aus. Auf 282 Millionen Euro bezifferte Sundermann die Gesamtgewinnsumme. Zehn Hessen gewannen Millionensummen; den höchsten Einzelgewinn, 2,3 Millionen Euro, kassierte ein Spieler gleich in der ersten Woche. 96 Euro pro Kopf für Lotterien Nach den Worten des Geschäftsführers steckt jeder Hesse jedes Jahr 96 Euro für Wetten und Lotterien ein – zumindest statistisch gesehen. Allein auf das klassische Lottospiel 6 aus 49 entfallen davon 69 Euro. Anteilig am meisten herausgeholt haben Spieler in Wiesbaden: Die Gewinnsumme je Kopf betrug dort exakt 63,84 Euro. Auf dem zweiten Platz folgte der Rheingau-Taunus-Kreis mit 60,69 Euro vor Frankfurt mit 51,96 Euro. Schlusslicht war Fulda mit 26,89 Euro. Viel Erfolg verzeichnete Lotto Hessen mit der Rentenlotterie Glücksspirale. Der Umsatzsprung erkläre sich mit dem Umstand, dass die Spieler die Glücksspirale auf dem normalen Lottoschein seit Juli 2008 mit ankreuzen können, sagte Sundermann. Auf der anderen Seite verliert Lotto Hessen besonders in dem von ausländischen Anbietern wie Bwin beherrschten Sportwettenmarkt an Boden. Die Oddset-Wetten erreichten im vergangenen Jahr bundesweit einen Tiefststand. Hessenweit knickten die Umsätze um genau ein Siebtel ein. „Vollzugsdefizit gegenüber illegalen Anbietern“ Die private Konkurrenz, die über das Internet erreichbar ist und sich Vermittlern mit Ladenlokalen bedient, zahlt anders als Lotto Hessen hierzulande weder Steuern noch Abgaben und kann deshalb fast doppelt so hohe Gewinnquoten bieten. Sie ist zwar in Deutschland nach dem Glücksspielstaatsvertrag illegal am Werk. Aufgrund schwebender Verfahren machen aber Wettenvermittler in Frankfurt und andernorts weiter, und Online-Anbieter aus dem Ausland ohnehin. So kommt Oddset laut Sundermann nur auf einen Marktanteil unter zehn Prozent. Vor diesem Hintergrund sieht Sundermann ein „Vollzugsdefizit gegenüber den illegalen Anbietern“. Und er fordert von der Politik mehr Freiheit: Wenn der 2011 auslaufende Glücksspielstaatsvertrag neu gefasst wird, sollte Lotto Hessen wieder ein Online-Angebot erlaubt werden. Die eigenen Internetangebote hatte das Unternehmen schon 2006 nach einem Streit mit dem Bundeskartellamt abgeschaltet. Neue Lotto-Produkte geplant Sundermann begründete seinen neuerlichen Vorstoß für Online-Offerten mit dem Hinweis, Glücksspiel im Internet sei „in besonderem Maße“ kontrollierbar und stehe im Einklang mit der Vorgabe des Verfassungsgerichts, der Spielsucht vorzubeugen. Diese Vorgabe könne man gerecht werden, indem die Höhe der Einsätze begrenzt werde und sich Spieler vorab registrieren lassen und ihr Alter offenlegen müssten. Spielleidenschaft könne im Internet aber nur ein Online-Anbieter in geordnete Bahnen lenken. „Wer keinen Kanal hat, kann nicht kanalisieren.“ Dessen ungeachtet plant Sundermann auch mit neuen Umsatzquellen. Im Mai will er die Lotterie Bingo einführen. Das Produkt Eurojackpot soll in Zusammenarbeit mit Anbietern aus Skandinavien und dem Baltikum im Herbst folgen. |
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