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Alt 31.07.2009, 21:20   #1 (Permalink)
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Standard Losverkäufe drastisch zurück gegangen - Weniger Geld für den guten Zweck

Über dem Platz an der Sonne ziehen dunkle Wolken auf. Die ARD-Fernsehlotterie hat von Januar bis Mai einen drastischen Rückgang der Losverkäufe über das Internet verbucht. Die fehlenden Einnahmen kann das in Hamburg ansässige Unternehmen nicht über andere Vertriebskanäle ausgleichen, warnt Geschäftsführer Christian Kipper.

Als Folge drastischer Rückgänge der Losverkäufe der ARD-Fernsehlotterie schrumpfen die Förderungen der Lotterie an soziale Einrichtungen von Caritas bis zum Roten Kreuz, berichtet Geschäftsführer Christian Kipper. Die Ursachen für den Einbruch sind der Glücksspielstaatsvertrag, der seit Jahresanfang den Internetverkauf untersagt, und zurückgehende Umsätze wegen der Wirtschaftskrise.

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres wurden über das Internet 19.000 Lose verkauft – im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 96.000. Der Online-Verkauf sei günstiger als andere Vertriebswege wie etwa Mailings oder Beilagen. "Dadurch geht nun auch der Zweckertrag zurück", sagt Kipper. Das ist der Anteil an den Einnahmen, der für soziale Zwecke ausgeschüttet wird. In den letzten Jahren lag er stetig über 40 Prozent.

Der Glücksspielstaatsvertrag wurde im vorigen Jahr wirksam. "Der Vertrag sichert dem Staat das Monopol auf Glücksspiele und schränkt zum Schutz vor Spielsucht Vertrieb und Werbung für Lotterien ein", erläutert Kipper. "Doch er ist weit über das Ziel hinaus geschossen, weil nun auch die ARD-Fernsehlotterie und die Aktion Mensch betroffen sind und massive Einnahmerückgänge zu verzeichnen haben."

Wegen der Einschränkungen bei der Werbung habe die ARD-Fernsehlotterie 2008 zwei von drei Werbespots nicht zeigen dürfen. "Und seit Januar 2009 ist der Losvertrieb über das Internet stark eingeschränkt. Dadurch verringert sich auch der Reinerlös, der in den guten Zweck fließt und den gemeinnützigen Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden kann."

2007 hatte die Lotterie rund 175 Millionen Euro eingenommen und davon 72,5 Millionen Euro oder 41,5 Prozent für den guten Zweck ausgeschüttet: Im Jahr 2008 betrug die Quote nur noch 38 Prozent. In Hamburg ist der Rückgang der Ausschüttungen noch deutlicher zu spüren: Während im vergangenen Jahr 1,64 Millionen Euro für insgesamt zehn soziale Projekte überwiesen wurden, waren es im ersten Halbjahr nur noch knapp 251.000 Euro – anteilig entspricht das einem Rückgang um 70 Prozent. "Das hat aber auch andere Ursachen", erläutert Kipper. So würden die Zuwendungen auf die einzelnen Bundesländer nach Art und Zahl der förderungswürdigen Projekte variieren.

Für dieses Jahr prognostiziert Kipper eine Quote von 34 oder 35 Prozent. Es bleiben ihm weniger Millionen für den guten Zweck, wenn die Kosten für den Losverkauf steigen, warnt Kipper. Mittelfristig könne die ARD-Fernsehlotterie gemeinnützigen Einrichtungen sogar 20 bis 30 Prozent weniger Geld zur Verfügung stellen.

Auch Hamburg Lotto klagt über Umsatzeinbußen wegen des Internetverbots. Siegfried Spies, Geschäftsführer von Hamburg Lotto, darf seit Januar gar keine Spielscheine über das Internet verkaufen. Zumindest sei es möglich gewesen, einen großen Teil des Rückgangs über andere Kanäle wieder hereinzuholen, sagt Spies. So gebe es an den Lottoannahmestellen interaktive Terminals, an deren Bildschirmen getippt werden könne.

"Entscheidend für unsere Zukunftsfähigkeit ist, dass wir unsere Lose verkaufen können", sagt Kipper. Um das künftig über alle Kanäle, also auch über das Internet zu gewährleisten, haben Fernsehlotterie und Aktion Mensch mit Unterstützung des wissenschaftlichen Forums Glücksspielsucht ein Messinstrument für Glücksspiele entwickelt: Mit einem Punktesystem lassen sich die Glücksspielarten von der Fernsehlotterie bis zum Online-Poker auf ihr Gefährdungspotenzial für Spielsucht bewerten.
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