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WIEN. „Traumvilla für 99 Euro“ - Hausverlosungen sind in Österreich derzeit offenbar beliebt. Doch Konsumentenschützer Karl Kollmann von der Arbeiterkammer (AK) Wien riet im APA-Gespräch vorsichtshalber zu Skepsis: „Wenn jemand über normalen Weg wie über einen Immobilienmakler eine Immobilie nicht loskriegt, wird es einen Hacken geben.“
Grundsätzlich sollten sich Interessenten die angebotenen Häuser „genau anschauen“. Die angeblichen „Traum“-Domizile sollte nicht nur oberflächlich, z. B. im Hinblick auf ihren Bauzustand, genau kontrolliert werden, sondern auch auf Dinge wie Erreichbarkeit: Befindet sich das Haus in einer „hochproblematischen Verkehrslage“ ohne guten Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln, könnte der neue Besitzer rasch seine Freude am Gewinn verlieren. Unbedingt achten sollte man laut Kollmann auch auf „allfällig versteckte Kosten“, wie etwa Hypotheken, denen man mit einem Blick ins Grundbuch auf die Schliche kommen kann. Auch den Flächenwidmungsplan der jeweiligen Gemeinde, in der sich das begehrte Objekt befindet, sollte man sich zu Gemüte führen: „Es könnte ja sein, dass eine Straße gebaut werden soll, wo jetzt noch ein kleiner Weg ist“, nannte der Experte ein Beispiel. Wichtig sei auch die Abklärung der Betriebskosten vor dem Kauf eines Loses, um nicht womöglich z. B. von übermäßig hohen Energiekosten überrascht zu werden. „Mittlerweile sind ja auch für private Verkäufe Energieausweise vorgeschrieben“, so Kollmann. „Im Zweifelsfall sollte man skeptisch sein. Wenn es um Glücksspiel geht, sind viele Menschen nicht so aufmerksam“, meinte der Konsumentenschützer. Mit dem Loskauf allein sei es ja immerhin nicht getan, es fielen auch weitere Kosten an, wie etwa beim Eintrag ins Grundbuch. Und wer meint, mit einem Los vergleichsweise wenig Geld für ein Haus zu investieren, sollte sich klar machen, „dass 100 Euro das Ernährungsbudget für etwa zehn Tage des Durchschnittshaushaltes sind“. Besonders kritisch sollte man laut Kollmann auch sein, wenn auf der Website keine oder unzureichende Informationen z. B. über die Betriebskosten aufgeschlüsselt sind - dies gilt auch für den Fall, dass Interessenten das Recht verweigert wird, das begehrte „Traumhaus“ zu besichtigen. Generell würde es sich bei Hausverlosungen um einen vorübergehenden „Hype“ handeln, meinte der Experte. Sollten die unkonventionellen Hausveräußerungen mit rechtlichem Segen aber zunehmen, könnten sie laut Kollmann problematisch werden: Laut einer Erhebung des Marktforschungsinstituts „Kreutzer Fischer & Partner“ (KFP) verspielten die Österreicher im Jahr 2007 rund 15,4 Milliarden Euro. „Wenn da nun auch noch das private Glücksspiel dazukommt, kann das kritisch werden. Das Budget der Menschen ist ja begrenzt." |
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