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Die Pläne für einen 300 Millionen Euro teuren Freizeitpark in Vockerode sind offenbar gescheitert. Der Investor aus Israel erklärte, dass er seine Deutschland-Tochter aufgelöst habe. Für das Projekt in Vockerode werde nun ein neuer Geldgeber gesucht. Der Landkreis Wittenberg hatte gegen die Sybil-Group bereits im Oktober ein Vollstreckungsverfahren eröffnet. Sie hatte zwei Pachtraten von jeweils 50.000 Euro für ein Grundstück in Vockerode nicht bezahlt. Das vorläufige Aus für den geplanten Freizeitpark hat vor Ort für Enttäuschung gesorgt. Bürgermeisterin Renate Luckmann sagte MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT, die Investition wäre eine Chance für die Region gewesen. Viele Einwohner hätten auf Arbeit gehofft.
Große Vergnügungsoase geplant Anfang 2010 hatte die an der Börse in Tel Aviv gelistete Sybil-Firmengruppe angekündigt, in Vockerode unter anderem Hotels mit insgesamt 1.500 Betten, mehrere Restaurants, ein Konferenz- und ein Einkaufszentrum sowie eine Spielbank zu bauen. Noch im Februar 2010 war Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn überzeugt von dem Investor. Er sagte: "Die Sybil-Group hat in Deutschland, in Ostdeutschland schon viel investiert an verschiedenen Standorten. Und Sie können sich darauf verlassen: Wir haben vieles recherchiert und geprüft." Im Juni vergangenen Jahres meldete Sybil, ein namentlich nicht genanntes Unternehmen habe eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Entwicklung des Projekts abgegeben. Der Investor wolle für 15 Millionen Euro 50 Prozent der für das Vorhaben in Vockerode gegründeten "Forte Limited" erwerben und bringe eine Kreditlinie von 300 Millionen Euro mit. Ein Vertrag sollte bis Ende Juni unterschriftsreif sein. Diese Hoffnung hat sich offenbar zerschlagen. Die größte Investition, die Sybil bisher im Osten getätigt hat, liegt 250 Kilometer entfernt von Vockerode. Im sächsischen Weißwasser hatte das Unternehmen vor einigen Jahren das Einkaufszentrum in der Innenstadt gekauft. Eigentlich waren umfangreiche Investitionen angekündigt - so sollte die Verkaufsfläche um eine Halle erweitert werden. Passiert ist nichts. Mittlerweile hat die israelische Gruppe das Einkaufszentrum wieder verkauft. Die Sybil-Group hatte Ende des Jahres 2009 die Spielbanken des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg, Halle und Wernigerode gekauft. Allerdings hatten sich die Israelis mit der Zahlung des Kaufpreises monatelang Zeit gelassen. Den ersten Zahlungstermin Mitte Januar 2010 ließ das Unternehmen verstreichen. Kurz vor Ablauf des zweiten Zahlungstermins im März wurde die vereinbarte Kaufsumme von einer Million Euro in Form eines Schecks an das Finanzministerium übergeben. Bezugnehmend zur aktuellen Lage sagte ein Sybil-Sprecher, dass der als Deutschlandmanager des israelischen Investors bekannte Stefan Sadeh "jedoch weiterhin Geschäftsführer der Spielbanken Sachsen-Anhalt GmbH ist". In den nächsten Tagen werde eine Presseerklärung die Details der Entwicklung der Spielbanken im letzten Jahr erläutern. |
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