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Einnahmen sinken um 34 Millionen Euro - Glücksspielstaatsvertrag soll geändert werden - Lockerung der Werbeeinschränkungen
Die Hamburger Lottogesellschaft fordert Änderungen beim Glücksspielstaatsvertrag. Der von allen Bundesländern geschlossene Vertrag verbietet zur Bekämpfung der Spielsucht die Werbung und Wetten über das Internet. Lotto Hamburg will, dass diese Verbote nun wieder gelockert werden. Die Lottoeinsätze sind im vergangenen Jahr um 34 Millionen Euro zurückgegangen. "Lotto Hamburg tritt für eine Fortführung und Weiterentwicklung des Glücksspielstaatsvertrags ein", heißt es in einer Mitteilung des Geschäftsführers Siegfried Spies. Er plädiert für eine Wiederzulassung kontrollierter Angebote im Internet und eine Lockerung der Werbeeinschränkungen. Deren Gradmesser sollte allein die Suchtgefährdung der Spielangebote sein. Sportwetten hätten ein hohes Suchtpotenzial. "Deshalb sprechen wir uns auch gegen eine etwaige Öffnung des Sportwettenangebots aus, die mit dem Auftrag der Spielsuchtprävention unvereinbar und für den gesamten Regelungsansatz des Glücksspielstaatsvertrags höchst riskant ist", sagte Spies anlässlich der Vorstellung des Jahresergebnisses. Zudem betonte der Lotto-Chef, dass sich der Glücksspielstaatsvertrag im Grundsatz aber bewährt habe. Damit geht Lotto Hamburg einen anderen Weg als Schleswig-Holstein, das sich vehement gegen eine Verlängerung des Staatsvertrags einsetzt. CDU und FDP in Kiel haben die ersatzlose Kündigung bereits im Koalitionsvertrag festgelegt. Der Glücksspielstaatsvertrag läuft 2011 aus und ist politisch höchst umstritten. Er regelt das staatliche Glücksspielmonopol und hat anderen Anbietern, etwa von Sportwetten, die Geschäftsgrundlage im Wesentlichen entzogen. Diese sind daraufhin wie der Hamburger Wettanbieter Tipp24 ins Ausland abgewandert. Den Bundesländern gehen damit Millionen Euro an Abgaben aus Glücksspielerlösen verloren. Peter Reinhardt, Geschäftsführer von Betfair in Deutschland und Zentraleuropa, sagt, dass allein der deutsche Sportwettenmarkt 2009 einen Umsatz von 7,8 Milliarden Euro gemacht hat. "Davon reguliert und besteuert der Staat nur drei Prozent. Das entspricht dem Marktanteil des staatlichen Monopolisten Oddset. Im Bereich des Online-Glücksspiels sind es null Prozent." Lotto Hamburg hat im vergangenen Jahr insgesamt 158 Millionen Euro an Spieleinsätzen eingenommen und damit 17,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Allein die Einsätze für das beliebte Lotto "6 aus 49" sanken um 20 Millionen Euro. Insgesamt wurden mehr als 58,2 Millionen Euro an den Stadtsäckel der Hansestadt abgeführt Anzeige Laut Lottogesellschaft ist der Rückgang zum Teil auch auf die allgemeine Wirtschaftskrise zurückzuführen. Allerdings nahm die Zahl der Spiele insgesamt zu. "Die Hamburger Bürger haben Lotto Hamburg auch 2009 ihr Vertrauen ausgesprochen", so Spies. "Denn sie haben insgesamt häufiger gespielt und gewettet, hatten dafür im Vorjahr aber vergleichsweise weniger Geld zur Verfügung." Nach Angaben der Lottogesellschaft haben die Hamburger bei der Ziehung der Zahlen "ordentlich abgeräumt". 2009 seien vier neue Millionäre gekrönt worden. Der höchste Gewinn lag bei 8,2 Millionen Euro. Weitere 19 Tipp-Spieler hätten hohe Gewinne von mehr als 100 000 Euro eingestrichen. Zudem hätten viele Hamburger aus den Sonderauslosungen der verschiedenen Lotterien attraktive Reisen, Autos und Bargeld gewonnen. |
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