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Alt 08.04.2010, 16:21   #1 (Permalink)
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Standard Pleite-Griechen verscherbeln jetzt sogar die Spielhöllen

Dem griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou läuft die Zeit davon. Die Schulden hängen wie ein Damokles-Schwert über dem Land. Die Märkte sind verunsichert. Die Hoffnung nach dem EU-Entscheid über Hilfen, endlich an billiges Geld zu kommen, geplatzt. Athen muss seine Wirtschaft grundlegend reformieren. Phase zwei ist eingeläutet!

Privatisierung heißt das Zauberwort, mit dem Ökonomen schon seit einer ganzen Weile jonglieren. Offenbar ist diese Formel nun auch bei der Regierung angekommen. Die neue Devise: Man will sich endlich dem Wettbewerb öffnen.

Athen verscherbelt in der Krise sein Tafelsilber...

Ganz oben auf der To-Do-Liste steht die Privatisierung der Bahn.

Jeden Tag fährt das Staatsunternehmen vier Millionen Euro Verlust ein! Die Erlöse aus Fahrkartenverkäufen decken nicht einmal die Personalkosten. 2,5 Milliarden Euro verspricht sich Papandreou von dem Verkauf. Ob sich ein Investor findet, ist fraglich. Doch nicht nur von der defizitären Bahn will man sich trennen.

SPIELHÖLLEN IM ANGEBOT

Auf dem Markt sind außerdem Beteiligungen an Spielbanken, Häfen, Gas- und Wasserwerken, schreibt das „Handelsblatt“.

Die so dringend benötigten Wachstumssignale erhofft sich die Regierung durch Deregulierung. Bislang 70 „geschlossene Berufe“ sollen geöffnet werden, bislang ist der Zugang zu diesen berufen staatlich reglementiert. Das betrifft unter anderem Apotheker, Dockarbeiter oder Notare. Athen will endlich den Wettbewerb zulassen – auch in den Schlüsselbranchen Handel und Transport.

Das Aus für griechische Eigenheiten wie die staatliche Verteilung von Konzessionen für den Betrieb von Lastwagen und die willkürliche Festsetzung der Transporttarife. So war ein Waren-Transport per Lkw von Athen nach Thessaloniki (500 Kilometer) beinahe genauso teuer, wie eine Fuhre aus München nach Athen (knapp 2000 Kilometer).

Allein durch die Öffnung aller „geschlossenen Berufe“ könnte das Bruttoinlandsprodukt einen Wachstumsimpuls von 13 Prozent geben.

Diesen Impuls haben die Griechen dringend nötig. Noch immer belastet die unsichere Lage die EU Gemeinschaftswährung. Der Euro ist heute auf 1,3432 Dollar gesunken.
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