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Verkauf der landeseigenen Spielbanken GmbH an einen Investor aus Zypern ist einen Schritt weitergekommen. Die Sybilgroup zahlte gestern den vereinbarten Preis über eine Million Euro in die Landeskasse. Eigentlich hätte das Geld bereits am 18. Januar fließen sollen. Wegen kurzfristig anstehender Rechnungen war um Aufschub gebeten worden.
Stefan Sadeh, Geschäftsführer der Casinos, überreichte am Nachmittag Finanzstaatssekretär Helmut Stegmann (SPD) im Ministerium einen Scheck über die vereinbarte Summe. Diese ungewöhnliche Zahlungsweise begründete ein Unternehmenssprecher mit dem internationalen Charakter des Geschäfts: "Das Geld kommt aus Israel." Das Finanzministerium zeigte sich von der persönlichen Scheckübergabe überrascht. Es hatte erst am frühen Nachmittag aus einer Pressemitteilung erfahren, dass der Casino-Chef zwischen 16 und 17 Uhr den Scheck persönlich überbringen will. Minister Jens Bullerjahn (SPD) war nicht im Hause. Nun muss sein Ressort prüfen, ob der Scheck gedeckt ist. "Wir werden uns heute äußern", sagte ein Sprecher. Geschäftsführer Sadeh teilte in seiner Pressemitteilung mit: "Mit der Übergabe des Kaufpreises bricht nun für die Casinos eine neue Ära an." Zunächst sind für Mitarbeiterschulung und Renovierung der Spielbanken in Magdeburg, Halle und Wernigerode Millioneninvestitionen geplant. Voraussichtlich 2011 will das Unternehmen mit dem Bau eines 300 Millionen Euro teuren Hotel- und Casino-Komplexes in Vockerode in der Nähe der Autobahn A 9 beginnen. "Wir hoffen, dass wir Ende 2012, Anfang 2013 die ersten Gäste empfangen können", sagte Unternehmenssprecher Walther Bruckschen. Das Engagement der Sybilgroup beschränkte sich bislang auf die Vermietung eines Einkaufszentrums in der sächsischen Kleinstadt Weißwasser. Alexander Musiolik, Betriebsratschef des Magdeburger Casinos, äußerte sich optimistisch : "Ich habe großes Vertrauen, wir arbeiten mit der Geschäftsleitung sehr gut zusammen." Die mehr als 90 Mitarbeiter hätten eine fünfjährige Jobgarantie, es sollen sogar 20 neue Mitarbeiter auf Teilzeit eingestellt werden. Vergangene Woche waren Hinweise über angebliche Unregelmäßigkeiten laut geworden. So sollen gesetzlich vorgeschriebene Bargeldbestände angetastet worden sein. Bruckschen wies dies zurück. Die Spielbankenaufsicht im Innenministerium hatte sich eingeschaltet. Ministeriumssprecher Martin Krems: "Es gibt keine Veranlassung, jetzt einzugreifen." Die CDU/SPD-Landesregierung hatte sich 2009 für den Verkauf der Spielbanken entschieden, weil deren Umsätze seit Jahren sinken. |
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